Nature Fitness, Ausgabe 05/2007


Entdeckungen in Ligurien
Ein 300 Kilometer langer Küstenstreifen. Nicht weit vom Meer mittelalterliche Orte in der Hügellandschaft und Berge bis zu 2000 Meter hoch – das ist Ligurien. Nature-Fitness-Chefredakteur Ulrich Prahmann beschreibt den Reiz dieser Region im Nordwesten Italiens.

Ligurien entdecken. Monika Reusch kennt Land und Leute. Vor 30 Jahren hat sich die Gummersbacherin in Ligurien verliebt, seit ein paar Jahren lebt sie in einem liebevoll restaurierten Haus in Moltedo bei Imperia, engagiert sich in einer Kooperation von acht Frauen, die authentische Lebensart und Unterkünfte („Mete di Ligura“) anbieten. Monika stellt sich auch als Reisebegleiterin zur Verfügung. Wir lassen uns von ihr die „elementare Schönheit“ ihrer „Sehnsuchtsregion“ zeigen. Wir schlendern durch kühle, verwinkelte Gassen, erkunden enge Schluchten, bewundern die üppige Gartenlandschaft um San Remo und Bordighera („die Palmenkönigin“) und können am Ende die Kurven nicht mehr zählen. Hinter dem Dorf Vasia wurde uns der Monte Grande schmackhaft gemacht. Anderntags wollen wir uns zu einer kleinen Trekkingtour aufmachen, durch die alpine und mediterrane Vegetation.
Wir kommen nach Triora, in das Hexendorf. Düsteres Gemäuer, 800 Jahre alt. Im 16. Jahrhundert wurde die als Festung der Republik von Genua ausgebaute Festung wegen ihrer grausamen Hexenprozesse berühmt-berüchtigt. Im Hexenmuseum, gleich am Anfang des Dorfes, werden die unfassbaren Schandtaten fassbarer.
Apricale präsentiert sich angenehmer, dieses architektonische Gesamtkunstwerk, mit seinen schmalen Gassen, steilen Treppen, überdachten Durchgängen, verschanzt auf einem 200 Meter hohen Hügel. Die Verfassung des Ortes wurde 1267 geschrieben. Auf geheimnisvolle Weise ist in Apricale der Atem von gestern noch spürbar. Wie auch in Dolceacqua, ein paar Kilometer weiter, Richtung Meer. Das Nerviatal ist für seine Weine bekannt, der Ort wegen jener steinernen Brücke, die der französische Maler Claude Monet 1884 verewigt hat.